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Wert

Wert: was ist wertvoll?

Wert im Wertbewerb

Vergleich des Werts von Dingen ist grundsätzlich sehr spannend, da sich daran auch viele philosophische Fragen und Überlegungen anknüpfen lassen. Was genau fließt in das ein, was man als "Wert" einer Sache bezeichnet, wann ist sie wie wertvoll? Dass von manchen Summen, die für einen reinen Gebrauchsgegenstand gezahlt werden, eine große Faszination ausgeht, ist klar. So wurde gerade unter großer Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit der bunte Porsche der früh verstorbenen Janis Joplin verkauft. Der Käufer war bereit, volle 1,6 Millionen Dollar für das etwas morbide wirkende Modell 356 Cabrio zu zahlen. Damit wurde ein Kaufpreis erzielt, der dreimal so hoch lag, als prognostiziert worden war. Ist dieser bunte Porsche wegen seiner nostalgischen Qualität nun wertvoller als etwas, das neu und noch ohne Geschichte ist, wie eine neu erbaute Immobilie? Im letzten Jahr ging zumindest in Berlin ein Deal über die Bühne, der das Bild vom "erschwinglichen" Berlin stark ins Wanken brachte. In bester Lage, am Hausvogteiplatz in Berlin Mitte, wurde eine Wohnung von 260 qm für den stolzen Preis von 5,7 Millionen Euro an den neuen Besitzer gebracht. Dieser Preis entspricht einem Quadratmeterpreis von 22.000 Euro!

Beim Wertbwerb würden als ein reines Schauobjekt der Porsche, und ein behagliches, zentral gelegenes Heim gegen einander "antreten". Wer ist am Ende wertvoller?

Kurz zur Person: Mein Name ist Bettina Klauert, ich interessiere mich sehr für die Entwicklung und die Geschichte der Stadt Berlin, damit natürlich auch für die Entwicklung, die die Stadt in punkto Immobilien nimmt. 

Wert und Wert-Rankings von der Naturwissenschaftlerin F.Lüder

Der Begriff "Wert" kann durchaus sehr unterschiedliche Bedeutungen haben. Sowohl in der Kunst, der Philosophie als auch im Alltag oder der Psychologie kommt der Begriff vor. Er meint jedoch sehr unterschiedliche Sachverhalte. Während ein berühmtes Gemälde zum Beispiel im Sinne der Kunst einen hohen Wert hat, der sich durchaus auch auf die Wirtschaft übertragen lässt, haben persönliche Gegenstände und Erinnerungsstücke einen emotionalen Wert, der nicht mit dem wirtschaftlichen Wert in Einklang bringen lässt.


Innerhalb der Wirtschaft, wenn zum Beispiel der Wert eines Objekts ermittelt werden soll, müssen daher aussagekräftige Definitionen gefasst werden. Nur so können verlässliche Zahlen ermittelt werden, die auch untereinander vergleichbar sind. Der Wert im wirtschaftlichen Sinne eines bestimmten Gutes ergibt sich im Wesentlichen durch dessen Nutzen. Dabei handelt es sich um einen bereinigten, objektiven Wert. Hinzu kommen jedoch subjektive Komponenten. Das kann zum Beispiel bei Kultmarken der Fall sein. Hier ergibt sich ein subjektiver Zusatznutzen, der in die Wertermittlung mit einfließt. Dies ist nur ein kleiner Einblick in die Werttheorie, die es möglich macht, sehr verschiedene Güter und Dienstleistungen gegeneinander aufrechnen zu können. Der Wert eines Produkts oder einer Dienstleistung bleibt dabei nicht stetig konstant, sondern entwickelt sich. Ein wesentlicher Zusammenhang besteht dabei aus dem Angebot eines bestimmten Produkts oder einer Dienstleistung und der entsprechenden Nachfrage auf einem bestimmten Markt. Im aktuellen Wirtschaftssystem entspricht dieser Wert einem Preis, also dem in Geld ausgedrückten Wert. Bei der Ermittlung des Wertes greifen unterschiedliche Theorien. Die Basis vieler dieser Theorien bildet die klassische Arbeitswerttheorie und die subjektiven Werttheorien. Je nach der Bewertung der objektiven und subjektiven Faktoren ergibt sich ein konkreter Wert. Die subjektiven Faktoren können sich dabei sehr schnell mit der allgemeinen wirtschaftlichen Situation ändern. Hinzu kommt, dass der subjektive Wert nicht für jeden Menschen identisch ist.

Wert und Wert-Ranking Teil 2

"Tausch erschafft Wert" von Diplom-Politologen A.Reporteur

Unsere frühen Vorfahren definierten den Wert einer Kuh oder eines Sacks Getreides über die Nutzbarkeit zugunsten ihres Überlebens. In der Tauschwirtschaft stellte ein Kuhzüchter fest, dass seine "Milchmaschinen" auf Dauer so viel Nahrungsmittel produzierten, das ihr Gegenwert anstieg. Es mussten schon viele Säcke Getreide geboten werden, um eine Kuh zu ertauschen. So wurde die Bedeutung vom Wert einer Sache geboren. Mit der fortschreitenden Zivilisation und Kultivierung erhielten auch Tätigkeiten und Arbeit ihre zugeordneten Werte.

Wert Mineralien Wert Edelsteine Grundstückswert bei Schatzfund

Der Grundsatz der Ermittlung von Werten hat sich nie geändert. Mit der Erfindung des Geldes wurde ein zentrales Werkzeug geschaffen, um den unpraktischen Waren- und Dienstleistungsaustausch mittels Preisbildung als Wertausdruck zu ersetzen. Jede Geldmünze und jeder Geldschein ist im Grunde ihres Wesens eine Schuldverschreibung. Je diversifizierter das Leben sich entwickelte, desto abstrakter entwickelte sich der Begriff von Wertigkeit. Heute gibt es neben an einer festen Bezugsgröße gekoppelten Werten auch "virtuelle" Werte, die von Interessen- oder Branchengruppen definiert und gepflegt werden.

Zahlungsmittel mit Gebrauchswert in Naturalform
Im Zuge der Einführung des Tauschmittels Geld wurde das Edelmetall Gold und andere Edelmetalle als werttragend eingesetzt. Eine Goldmünze hatte ihren Materialwert, der aus der Seltenheit des Rohstoffs Gold resultierte. Lange Zeit ermittelte sich der Preis für Waren und Dienstleistungen an der dafür verlangten Goldmenge. Dabei war der Materialwert der Münzen entscheidend und die Prägung eigentlich nur eine Art politisches Siegel des Herstellers für die Kennzeichnung als Zahlungsmittel. Der Wert des Goldes galt auch im eingeschmolzenen Zustand. Wenn eine Kuh eine Unze Gold aufgewogen hätte, wäre auch ein ungeprägter gleichschwerer Goldklumpen in dieser Größe als Zahlungsmittel akzeptiert worden.

Willkürlicher Tauschwert
Mit der Abkoppelung des Nominalwerts der Münzen vom Materialwert entstanden neue Wege der Wertermittlung. Den Blechmünzen und vor allem bedruckten Geldnoten und Scheine wurden Werte zugeordnet, die allgemein anerkannt und im Handel angewendet wurden. Im Prinzip war die Definition eines Ursprungswerts oder einer Bezugsgröße ein willkürlicher Akt, um den sich die Tauschkraft der Währung als Hilfsmittel entwickelte. Waren und Dienstleistungen bekamen ihre Entsprechung zugeordnet und theoretisch konnte eine Stunde Jagen übersetzt werden in die Wertigkeit, die ein Sack Getreide für den Bedürftigen hatte. Das Bestimmen eines Wertes erledigten entweder Gesetzgeber oder er entstand aus den Ideen und Vorstellungen von (Tausch-)Marktteilnehmern. Monarchen, Kaufleute und Händler legten meist die Quoten und Wertskalen fest.

Wertfaktoren bestimmen
Übrig geblieben aus den Zeiten der Geldanfänge ist der natürliche Wert von Edelsteinen, Edelmetallen und den immer wichtiger werdenden Mineralien. Limitierte Umlaufmengen werden mittlerweile international, zum Beispiel an Rohstoffbörsen, bewertet. Daraus ergibt sich ein Gebrauchswert für das Material in Rohform. Bei Produkten, die aus den Naturwerkstoffen gefertigt werden, kommt ein zweiter Wert hinzu. Neben Aspekten wie der aufwendigen Bearbeitung und der Einzigartigkeit bestimmt sich der Gesamtwert zu einem großen Teil aus der Nachfrage. Sekundäre Aufwendungen für Transport, Lagerung und Bearbeitung erhöhen die Wertigkeit außerdem. Als letzter zusätzlicher Teil der Wertbestimmung kann zudem zum Beispiel bei antiken Stücken ein ideeller Liebhaber- oder Sammlerwert entstehen. Der Gesamtwert von Edelsteinen, Edelmetallen, Mineralien und Münzen ist in den meisten Fällen eine zusammengesetzte Summe aus mehreren wertbestimmenden Faktoren.

Wert Mineralien 1/3 Mineralien 2/3 Mineralien 3/3

Virtueller wirtschaftlicher Wert
Im Bereich des Sammelns und Handelns mit antiken Gegenständen, Kunst und anderen sammelfähigen Objekten bildet sich eine rein virtuelle Wertigkeit. Unabhängig vom Materialwert einer Leinwand und der Farbe darauf definiert sich der Werthaftigkeit eines Bildes durch Kunstfertigkeit und Nachfrage. Alte Briefmarken, Geldnoten, nicht mehr gültige Wertpapiere und Produkte der bildenden Kunst sind typische Beispiele für eine rein virtuelle Wertermittlung. Der Sammler- oder Liebhaberwert wird in erster Linie davon diktiert, was der Erwerb des Objekts dem Nachfrager wert ist. Sehr anschaulich ist diese Wertentstehung bei Kunst- oder Antiquitätenauktionen, deren Ergebnis oft einem Objekt über den erzielten Preis seinen neuen Wert zuweisen.

Ähnlich verhält es sich beim Sammeln, Tauschen und Handeln mit beliebigen Dingen des Alltags oder der Gegenwart. Kunststofffiguren aus Süßigkeiten, Stofftiere oder Puppen, Spielkarten und Merchandisingartikel erhalten ihren Marktwert eben durch den Markt, der um sie herum entsteht. In einigen Fällen sorgt die künstliche Verknappung der begehrten Objekte durch die Industrie für das Entstehen und Ansteigen auf der Wertskala. Sammler und Liebhaber entwickeln untereinander Tauschquoten oder einen Geldwert, der häufig in Katalogen niedergelegt wird. Der Handelswert der Objekte ist sehr abhängig von der Volatilität des Marktes. Wenn die Sammel- und Handelstätigkeit einschläft, mindert sich die im gebotenen Preis ausgedrückte Wertigkeit der Objekte im Extremfall bis auf den reinen Materialwert, der bei einer kleinen Kunststofffigur überschaubar ist.

Rankings zur Veranschaulichung wie hoch der Preis steigen kann, Aktualität bezieht sich auf den Recherchezeitraum:
die teuersten Briefmarken - die teuersten Münzen - die teuersten Gemälde - die teuersten Uhren - Vergleich Wert von Schätzen

Ideeller Wert mit oder ohne Geldwert
Von einem geldwerten Vorteil wird gern im Bezug auf einen Wertinhalt gesprochen, der in seiner Höhe schwierig oder nicht zu bestimmen ist. Das trifft auf jede Form von ideellem Wert zu, der einer Sache oder einem Umstand innewohnt. Typisches Beispiel für eine innere und ideelle Wertigkeit ist der ererbte Familienschmuck. Selbst wenn der Materialwert äußerst gering und die handwerkliche und künstlichere Umsetzung einfach ist, kann ein enormer ideeller Wert entstehen. Dieses Ergebnis der Einschätzung kann nicht in Relation zu einem äußeren Bezugspunkt wie Geld oder Nachfrage gesetzt werden. Er entsteht aus einer subjektiven persönlichen Einschätzung und stellt das Ergebnis von Erinnerung und Emotion dar. Die individuelle Wertschätzung existiert nur für eine einzelne Person oder einen kleinen Personenkreis und ist nicht übertragbar.

Gänzlich zu einem abstrakten Begriff wird der Wert, wenn trotz klar zu erkennender Relevanz und hohem öffentlichen Interesse kein Bezug zum Markt oder einem Tauschwert gebildet werden kann. Wissenschaftliche Entdeckungen können oft mittels Folgeszenarien zumindest in einen zukünftigen Bezug gesetzt werden. Ein gutes Beispiel ist die Werteinschätzung der Entdeckung von medizinischen Wirkungen spezieller Substanzen oder Substanzkombinationen, die zu Heilverfahren führen. Historische Entdeckungen und archäologische Ausgrabungen schweben meist in einem komplett bezugslosen Raum, obwohl ihnen ein hoher oder eben unschätzbarer Wert zugebilligt wird. Sie erzählen viel und bringen mitunter Erkenntnisse, sind aber nicht mit einem fiskalischen Gegenwert zu taxieren.

Die ihnen entgegengebrachte Wertschätzung ist rein theoretischer Natur und nicht einmal virtuell fassbar. Aus einer ideellen Wertigkeit können einzelne Faktoren herausgelöst werden und einen gegenständlichen Wert erhalten, der durch Nachfrage oder Material entsteht. Grabräuber bieten beispielsweise Fundstücke aus Edelmetall oder Edelsteinen zum Materialwert an und verzichten auf meist auf jede ideelle Wertbetrachtung. Diesem reinen Rohstoffwert gegenüber steht der virtuelle Wert beispielsweise für ein Museum, das Funde ankaufen möchte. Die Relevanz des Objekts zu Menschheits- oder Naturgeschichte prägt neben dem Wunsch nach Erlös des Verkäufers den Wert. Ein Museum kann die Wertigkeit an dem wachsenden öffentlichen Interesse und damit möglicherweise größerem kommerziellen Erfolg durch steigende Besucherzahlen festmachen.

Problem der Abkoppelung
Beim Wirtschaften mit Gütern und Dienstleitungen steht immer der Bezug, auf dem sich ein Wertfestlegung begründet, im Mittelpunkt der Theorie. Die konkrete Benennung eines Wertes wird auf einen Preis heruntergebrochen. Das Verhältnis der gegeneinander gewerteten Bezugsgrößen sollte in einer nachvollziehbaren und angemessenen Relation stehen. Wenn das Melken einer Kuh fünf Minuten dauert und der Melker dabei fünf Liter Milch gewinnt, muss der Preis für fünf Liter Milch den passenden Wert ausdrücken. Der Werthaftigkeit in der als Ware gewonnenen Milch besteht aus den Faktoren, dass der Melker für fünf Minuten Lohn bekommt, die Kuh Futter und ihren Stallplatz braucht und die Milch transportiert und verpackt werden muss. Wenn der Preis den Wertfaktoren nur wenig oder nicht entspricht, geht der Bezug verloren.

Die diversifizierte Produktion und Dienstleistung in der modernen Welt vermischt Wert mit Bezugspunkten zunehmend mit virtuellen Werten und mischt zusätzlich ideelle Werte hinein. Der Wert eines Edelmetalls wie Gold hat nicht mehr nur einen Materialwert. Angebots- und Nachfragesituationen an Börsen erschaffen eine Wertschwankung, die virtuell verursacht wird. Die vollkommene Abkoppelung erfährt Gold als Anlagemittel durch gesamtwirtschaftliche und psychologische Faktoren. In unsicheren Zeiten gilt Gold ideell als krisensicherer Wert und verändert dadurch ohne Bezug seinen Wert.

Vorübergehender Wert
Ein anderes Verständnis von Wert entsteht im Bereich von Konsumwaren und Dienstleistungen, die einen ideellen Zeitwert haben. Der Zeit- oder Verkehrswert bemisst sich nur in einem äußerst geringen Teil an Bezugspunkten wie Material, Qualität oder Aufwand. Der Hauptanteil des Wertes besteht aus einem Image und eines ideellen Bezugspunktes, der sich auf emotionale und psychologische Wertschätzung stützt. In den meisten Fällen ist der Wert dieser Objekte vom Turnschuh über Mode bis hin zu einem Auto von der ideellen Übereinstimmung und Akzeptanz gemeinsamer ideeller Gesichtspunkte abhängig.

Imaginärer Wert
Auch der ideellen Werttaxierung zuzurechnen sind imaginäre Werte, die auch an reellen und virtuellen Bezugspunkten festgemacht werden. Einem mutmaßlichen Kernwert werden weitere Faktoren angewendet, die dem Objekt einen Buch-, Beleihungs-, Rest- oder Versicherungswert zuordnen. Extreme Beispiele für diese Werterhebungen sind Versicherungspolicen für Fußballerbeine oder Modelgesichter. Der Wert ist in diesem Fall das Ergebnis einer willkürliche Festlegung, die mehr oder weniger nach dem Prinzip "Akzeptieren oder Verzichten" funktioniert. Eine abgeschwächte Mischform sind Verkehrswerte für Immobilien, die zumindest teilweise mit Bezugspunkten versehen sind. Wahrnehmung von Werten

Letztendlich definiert jeder Teilnehmer eines öffentlichen Tauschsystems, typischerweise der Geldkreislauf, seine Wertmaßstäbe selbst und exklusiv. Er erklärt sich mit dem Kauf einer Ware oder Zahlung einer Dienstleistung zu einem Preis damit einverstanden, diesen Wert in diesem Augenblick zu akzeptieren. Je weniger der Wert in der persönlichen Wahrnehmung mit einem angemessenen Tauschwert übereinstimmt, desto mehr verschwindet die Fähigkeit, einen Wert zu erkennen und zu schätzen. Der Preis ist die Manifestation eines Wertes, und wenn der nicht stimmt, wird alles wirtschaftliche Wachstum wertlos.

Diplom-Politologe reporteur

Wert und Finderlohn

Im BGB Deutschland, Österreich, Schweiz und anderen Ländern, finden sich meist auch Paragraphen die über einen gesetzlichen Finderlohn berichten, der in Abhängigkeit zum Wert vom verlorenen Gut steht.