Bodenschichten tief unter meinem Garten

"Tief unter meinem Acker, tief unter meinen Feldern, weit unter Gärten unter Wäldern, da tuen sich neue Welten auf. Die Zeitreise in die Bodenschichten ist unglaublich" Zitat zu Archäologie und Erdschichten

Thema: Bodenschicht und Fund, 50 Meter Tiefensuche

Unter den Böden unserer Felder und Äcker steckt mehr als nur Stein und Dreck. Alltagsgegenstände, die von Menschen verloren oder absichtlich hinterlassen wurden, sinken im Laufe der Zeit immer weiter unter die Oberfläche ab. Daher erzählen die Schichten im Boden eine spannende Geschichte über die Vergangenheit eines Ortes. Denn weil neue Erdschichten sich immer wieder übereinander ablagern, gräbt man umso weiter in die Vergangenheit, je tiefer man nach unten vorstößt.

Moderne Suchgeräte können vor allem Metalle im Boden in bis zu 50 m Tiefe aufspüren. Was würde man damit unter Äckern und Feldern in Mitteleuropa alles finden? Da manche Geräte nur Metalle entdecken können, sind solche zunächst einmal blind für viele Zeugnisse der Ur- und Frühgeschichte, wie z. B. alte Tonscherben von Gefäßen oder auch Fossilien. Andere archäologische Apparate finden ohne Probleme Mauerreste, Stollen, Wasservorkommen und vieles mehr, bis in unvorstellbare Tiefen. Doch der moderne Schatzsucher ist vor allem an Gold oder anderen Metallen interessiert und auch davon lässt sich unter den Äckern Mitteleuropas so einiges finden.

Obere Bodenschichten: In den obersten Schichten hat die jüngste Vergangenheit ihre Spuren hinterlassen. Natürlich findet man hier zunächst einmal viele zeitgenössische Hinterlassenschaften wie zum Beispiel Eisenschrott und weggeworfene Alu-Getränkedosen, aber auch unzählige Relikte aus den Weltkriegen. Dazu gehören vor allem Patronenhülsen aus Messing, manchmal auch Ausrüstungsgegenstände wie z. B. ein Aluminium-Essgeschirr.

Bodenschichten 1-10 Meter: Um bis ins Mittelalter vorzudringen, müssen wir noch tiefer graben. Je nach geographischer Lage vielleicht einen bis zehn Meter. Genaue Zahlen kann man hier aber nicht angeben, da die Schichtung sehr individuell vom jeweiligen Ort abhängt. Hier sind dann schon begehrtere Schätze zu finden, etwa Münzen aus Gold und Silber. Manchmal wurde auch ein größerer Schatz absichtlich vergraben und nie wieder ausgegraben, weil der Besitzer ums Leben kam, oder einfach das Versteck nicht wiederfand. Immer wieder liest man in den Medien von solch spektakulären Münz-Funden, wie zum Beispiel 1991 in der Nähe von Northeim, wo Arbeiter einen spätmittelalterlichen Schatz bestehend aus 17.000 Münzen fanden. Doch nicht nur Taler und Groschen tragen die Kunde jener Epoche weiter. Von den Unruhen und Auseinandersetzungen des Mittelalters erzählen zum Beispiel eiserne Speerspitzen und Armbrustbolzen, die man auch heute noch unter deutschen und österreichischen Bauernfeldern finden kann. Graben wir noch tiefer, so stoßen wir zur Antike vor. Solche Grabungsstätten liegen meist schon tiefer als fünf Meter. Der weitreichende Einfluss des Römischen Reichs hat natürlich auch seine Spuren im Boden hinterlassen. Vor allem in Süddeutschland nah der alten Römersiedlungen finden wir Münzen und Eisengegenstände aus dem römischen Legionärsalltag wie Schuhnägel oder Pferdegeschirr. Die ältesten Metalle, die von Menschenhand gegossen und geformt wurden, stammen aus der Kupfer- und Bronzezeit. Europäische Fundstücke sind 3000 bis 7000 Jahre alt, meist findet man unter den Feldern Axtklingen aus Bronze. Die Axt war Statussymbol und Waffe zugleich und wurde oft als Grabbeigabe zusammen mit ihrem Besitzer bestattet.

Bodenschichten über 50 m Tiefe: Etwas ganz besonderes lässt sich auch in Tiefen jenseits von 50 m noch entdecken: Splitter von Meteoriten. Dies sind meist skurril geformte Eisenklümpchen. Denn die Himmelskörper erzeugen beim Einschlag auf der Erdoberfläche eine solche Hitze, dass die Metalle schmelzen und als Tröpfchen wegfliegen, die dann in der Erde erkalten und dort verbleiben.

Tipp: Boden/Erdschichten und archäologische Funde