Grundstückswert: Wenf in Deutschland

Die Situation in Deutschland
(von Mia Krämer)

Wer es findet, darf es behalten? Zumindest in Deutschland ist das nicht der Fall. Hobbymäßige Schatzsucherei ist in Deutschland streng verboten, genauso wie der Handel mit Funden, die aus dieser Tätigkeit resultieren. Der Grund liegt darin, dass die Regierung den Schutz solcher kulturellen Erbstücke in der Regel sehr wichtig nimmt. Aus diesem Grund gehört ein wertvoller Fund nach seiner ordentlichen Meldung zur Hälfte dem Grundstückeigentümer und zur Hälfte der zuständigen Behörde. Bei wissenschaftlich relevanten Funden können die Besitzer des Grundes jedoch leer ausgehen.

Darum sind archäologisch relevante Funde nicht immer ein Grund zur Freude für Grundstückeigentümer. In alten Städten, wie beispielsweise entlang des Verlaufs des ehemaligen römischen Limes, wird sozusagen immer irgendwas gefunden, sobald jemand ein Loch gräbt. Ob so ein Fund überhaupt eine intensivere Untersuchung nach sich zieht oder lediglich per Aktennotiz und Fotografien zur Kenntnis genommen wird, entscheiden schnell greifbare Experten. Diese Situationen sind so häufig, dass sie nur selten aufwendige Grabungen nach sich ziehen.

Anders kann dies allerdings aussehen, wenn ein ausgesprochen bemerkenswerter Fund vorliegt oder gar an einer Stelle, die bis dato archäologisch noch nicht im Fokus lag. Und hier beginnt das Ärgernis für viele nicht-wissenschaftliche Beteiligte. Denn wenn in Deutschland etwas Tolles ausgegraben wird, ist häufig ein nicht absehbar langer Baustopp die Folge. Aber vier Tage muss er unter Umständen mindestens dauern und dabei muss auch häufig ein aktiver Schutz der Fundstelle vor Diebstahl und Witterungseinflüssen stattfinden. Das treibt vor allem bei Großvorhaben die geplanten Baukosten in die Höhe. Attraktiv ist das in den seltensten Fällen.

Hinzu kommt, dass bereits im Vorfeld ein als Baugebiet ausgewiesenes Areal zur bodenarchäologischen Verdachtsfläche werden kann. In so einem Fall werden sämtliche Aushubarbeiten unter den kritischen Augen von Experten durchgeführt, welche die Arbeiten bei etwaigen Funden auch gleich abrupt unterbrechen können. Während also auf einer normalen Baustelle mit schwerem Gerät möglichst kurzfristig große Mengen Abraum bewegt werden, kann beim beschriebenen Szenario durchaus die Freilegung mit Pinsel und Spatel Vorrang haben. Das beeinflusst nicht unbedingt den materiellen Wert solcher Grundstücke, steigert aber häufig auch nicht gerade die Beliebtheit dieser Areale bei potenziellen Käufern.

Zwar hat ein archäologisch oder materiell bedeutender Fund in Deutschland nicht zwingend nachweislichen Einfluss auf den Grundstückswert. Doch was sich auf einem Grundstück befindet, gehört zwar nicht automatisch auch dem Besitzer, doch rechtliche gesehen liegt die Verantwortung dafür bei ihm. Das bedeutet im übelsten Fall, dass sämtliche Kosten einer Bauverzögerung und archäologischen Bergung dem Grundstückseigentümer oder Auftraggeber des Bauvorhabens aufgewälzt werden. Falls nicht also im Vorfeld aufgrund von Verdachtsfällen entsprechende vertragliche Regelungen getroffen wurden, kann ein Fund auch für Privatpersonen teuer werden. Insbesondere dann, wenn unerwartete Funde auftreten, kann das (nachvollziehbare) Fehlen solcher Vereinbarungen unangenehm teuer werden.

Die rechtlichen Grundlagen

Grundsätzlich geregelt werden alle rechtlichen Aspekte im Bereich der Bodenfunde durch die Behörden der Denkmalpflege, die sowohl auf Landesebene, als auch stellvertretend in den kommunalen Ebenen vertreten sind. Demnach ist das Anliegen des Denkmalschutzes in Deutschland Landessache, sodass entsprechend der 16 Bundesländer auch 16 verschiedene Denkmalschutzgesetze ihre Gültigkeit haben. Sie geben Aufschluss darüber, was schützenswert ist und wie mit Funden, beziehungsweise den Fundorten aus denkmalpflegerischer Sicht umzugehen ist.

Um den Wert eines normalen Grundstückes in Deutschland zu ermitteln, wird das sogenannte Bewertungsgesetz (BewG) zurate gezogen. Im Gegensatz zum Denkmalschutz sind dessen Anliegen Bundessache. Im ersten Teil des zweiten Abschnitts handelt das Kapitel C unter Punkt II beispielsweise Unbebaute Grundstücke ab. Dabei werden vor allem baurechtliche Aspekte zur Bewertung heran gezogen hinsichtlich einer möglichen Bebauung des Landes. Inwiefern eine Grundstücksbewertung vorgenommen wird, regeln die Paragraphen 68 bis 94.

Gedanken zum Grundstückswert bei legendären Schatzfunden
Funde von archäologischem oder allgemein materiellem Wert:
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