Grundstückswert: Wenf in Österreich

Die Situation in Österreich
(von Mia Krämer)

Ganz anders im Bezug auf Denkmalschutz stellt sich die rechtliche Situation in Österreich dar. Denn hier sind das Bundesdenkmalamt und der Denkmalbeirat für Bodenfunde als verantwortlich gezeichnet gegenüber den einzelnen Bundesländern. Es gilt das Denkmalschutzgesetz, kurz DMSG und lang Bundesgesetz betreffend den Schutz von Denkmalen wegen ihrer geschichtlichen, künstlerischen oder sonstigen kulturellen Bedeutung.

Auch das Fundrecht in Österreich stellt sich anders dar als in der Bundesrepublik. Denn wer in Österreich einen historisch wertvollen Fund im eigenen Garten macht, dem gehört auch rechtlich gesehen alles was er gefunden hat. Zumindest war dies bei bisherigen Funden in der Regel der Fall. Das lässt annehmen, dass ein wertvoller Fund auf einem Grundstück dessen Attraktivität erhöht. Allerdings besteht in Österreich auch keine rechtliche Grundlage, um Verdachtsflächen im Rahmen eines Bebauungsplanes auszuweisen.

Ganz anders als in Deutschland liegt dem Denkmalschutz von staatlicher Seite keine besonders starke Einflussnahme zugrunde. Zwar gilt im Rahmen des Denkmalschutzgesetzes zum Beispiel auch ein Ausfuhrverbotsgesetz, doch eine ausgewiesene Erhaltungs- und Instandsetzungspflicht, wie sie manche Länder der BRD bis ins Detail ausführen, besteht in Österreich nicht.

Im Vergleich der beiden Staaten hat der einzelne Bürger in Österreich deutliches Vorrecht im Umgang mit Bodenfunden und dem entsprechenden Grundstück, als dies in Deutschland der Fall ist. Zwar wird dem Denkmalschutz ein wichtiger Platz im kulturellen Werteverständnis des Landes zugestanden. Doch ob ein beispielsweise immobiler Bodenfund zum öffentlich geschützten Denkmal wird, entscheiden nicht Experten und Beauftragte des Staates allein. Vielmehr setzt das Veto des Grundstücksbesitzers die schlussendliche Entscheidung zu dieser Frage, und die wird oft verneint.

Aus diesem Grund ergeben sich für Grundstückseigentümer, Bauträger oder anderweitige Auftraggeber auch keine zwingend zusätzlichen Kosten, wie sie in Deutschland in einer solchen Situation zu befürchten wären. Ob und inwiefern eine Veränderung des Grundstückspreises also anzunehmen ist, kann kaum pauschal abgeschätzt werden, sondern ist nur individuell zu beurteilen. Wenn sich beispielsweise ein Besitzer eines Grundstücks für den Schutz eines örtlichen Funds entscheidet, muss das auf den ersten Blick keine zwingenden materiellen Konsequenzen haben. Soll das Grundstück allerdings baulich verändert werden, so kann ein eventuell vorhandenes Denkmal die Attraktivität des Grundes vermindern. Denn dessen Erhaltung bedeutet zumeist nicht nur gestalterische Einschränkungen.

Demgegenüber bedeutet ein Verdacht auf eventuell vorliegende Bodenfunde kaum einen Einfluss auf Grundstückswerte. Denn ob und inwiefern ein tatsächlicher Fund die eigenen Planungen auf dem Grundstück beeinflusst oder nicht, liegt nicht zuletzt im Ermessen der Eigentümer.
 
Gedanken zur Grundstückswertermittlung
Funde von archäologischem oder allgemein materiellem Wert:
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