Bild Rembrandt - 'Selbstbildnis mit Saskia'

Rembrandt: Bild "Selbstbildnis mit Saskia", 1635-39,

Bildgröße 32 cm hoch 23,5 cm breit

 

Original: Öl auf Leinwand, Gemäldegalerie, Dresden.

 

Der Niederländer Rembrandt van Rijn gilt als einer der bedeutendsten Barock-künstler und hinterließ neben Porträts, Darstellungen von Landschaften, biblischen und mythologischen Bildthemen eine enorme Anzahl an Selbstbildnissen. Das Selbstbildnis als der verlorene Sohn im Wirtshaus zeigt den Künstler in ausgelassener Pose mit seiner Ehefrau Saskia. Das Bild entstand zwischen 1634 und 1638, die Jahre des Karriere-Höhepunktes. Saskia, die der Maler 1634 aus Liebe ehelichte, sicherte dem sonst mittellosen Rembrandt zudem einen gewissen Wohlstand.

Hintergrund des Werkes ist das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn. Hierbei bekommt der zweitgeborene Sohn eines reichen Mannes seinen Erbanteil ausgezahlt und zieht damit in ein fernes Land. Dort verprasst er sein Geld mit Essen und Frauen und muss nach einer Weile Hunger leiden. Er beschließt, zu seinem Vater zurückzukehren und als Tagelöhner bei diesem zu arbeiten. Der aber nimmt ihn mit Freuden wieder als Sohn bei sich auf, stattet ihn mit edlen Kleidern aus und ein reiches Fest wird gefeiert.

Das Gemälde vereint zahlreiche Bildgegenstände, die den freudigen Taumel des Künstlers unterstreichen: Rembrandt, der in edle Kleidung gehüllt ist und einen üppigen Federhut trägt, prostet dem Rezipienten mit erhobenem Bierglas freudig zu. Mit der linken Hand rafft er Saskia, die von hinten dargestellt ist und ihren Blick ebenso zum Betrachter richtet, kokett den Rock. Ein Pfauenhahn im Hintergrund, die edlen Stoffe und die goldene Farbgebung der Szene unterstützen die hochmütige, wollüstige Darstellung.

Das Gemälde war von Rembrandt ursprünglich als Querformat, vermutlich als klassische Wirtshausszene mit mehreren Personen angelegt. Ab 1638 allerdings wurde die Fassung vom Künstler neu überarbeitet: er beschnitt den linken Bildrand und übermalte eine nackte Flötenspielerin, bevor er das Gemälde zum Doppelporträt ausarbeitete. Die Arbeit lässt also zwei Deutungspositionen zu: einerseits die zur Wirtshausszene aus der Geschichte vom verlorenen Sohn, und zum anderen die als Beziehungsbild, welches die Liebe zu seiner Ehefrau Saskia festhielt. Als Saskia 1642 starb, fiel Rembrandt in eine schwere psychische Krise.

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