Erd-Aushub entsorgen ohne Funde zu verlieren?

Bei Baugruben, Tunnelbohrungen, Straßen- Wohn- und Bergbau fallen große Mengen an Erdaushub an. Geschätzte 2 bis 3stellige Millionen Tonnen Erdreich im Jahr in Deutschland, die nicht selten alte Artekafte bergen, fallen dem archäologisch ungefilterten Wegwerfen zu Opfer. Wie ließe sich verhindern, dass bei der Entsorgung von Erdreich Bodendenkmäler den Museen und der Forschung verloren gehen?

Schadenfreie Suche mit dem Schatznetz

In der langen Geschichte der Menschheit ist es nahezu bei jedem baubedingten Aushub möglich, auf wertvolle Überreste aus alten Zeiten zu stoßen. Grundsätzlich stellt sich natürlich immer wieder das Problem des Materials, aus dem die oft empfindlichen Bodendenkmäler bestehen. Nachdem ich viele Stunden und manchmal auch Tage damit verbracht habe, große Aushubmengen gründlich und gewissenhaft zu durchsuchen, begann ich über eine Hilfskonstruktion nachzudenken.

Der Anspruch an diese Filter- oder Aussiebeinrichtung war und ist es, alle Materialien schonend und vollständig von Erde und Sand abzusondern. Hilfreich war meine Idee, die Technik der Schleppnetze aus der Hochseefischerei zu übertragen. Im Baubetrieb arbeiten die Bagger meist unter Zeitdruck. Daher durfte der Aufwand nicht zu groß werden und mein System musste gut transportierbar, gering im Aufbauaufwand und schnell einsetzbar sein.

Hinzu kam die Aufgabe, auf unterschiedliche Beschaffenheiten des Aushubs reagieren zu können und die "Fallhöhe" einzelner Fundstücke so gering wie möglich zu halten. Da Baggeraushub in vielen Fällen in Container geschaufelt wird, wollte ich meine Schatznetze zuerst an sie anpassen. Ein zusammensteckbarer Aufsatzrahmen aus stabilem Vierkant-Aluminiumrohr eignete sich für diesen Zweck hervorragend. Das Einhängen des Netzsacks an den fest angebrachten Haken entlang des Rahmens gibt die Stabilität.

Um die Fallhöhe einzelner Fundstücke zu minimieren, darf das Netz in der Mitte nicht mehr als fünfzig Zentimeter tiefer hängen als an den Rahmenbefestigungen. Es gibt Netze mit unterschiedlichen Porengrößen, die dem jeweiligen Erdreich angepasst werden können. Die Netze bestehen entweder aus reißfesten synthetischen Kunststoffen oder aus einem Metallgewebe, sofern keine metallischen Fundstücke zu erwarten sind.

Nach dem Auffüllen des Netzes durch den Bagger kann es durch Ösen an den Ecken über eine Seite der Container gezogen werden. Alternativ kann ein Kran oder Bagger das ausgehakte Netz an den vier Eckösen in die Höhe ziehen, wo es zwecks weiterem Isolieren der Fundstücke mit Wasser ausgespritzt werden kann.

A.Repateur
 

Um den Zusammenhang zwischen Baugrube, Aushub und archäologischen Funde besser zu verstehen, ist der Artikel "archäologische Funde" der Archäologien Antje Schultz zu empfehlen.

APTOD in Deutschland und Österreich

Ein interessanter Wert ist der APTOD, Artefacts per ton of digging, also Artefakte pro Tonne Erdaushub. An der Ermittlung der APTOD für Deutschland, Österreich und weitere Länder wird gerade gearbeitet. Mit jeder achtlos entsorgten Aushubtonne ist das Risiko von verlorenen oder zerstörten archäologischen Funden gegeben. Der APTOD-Wert stellt eine wichtige Kennzahl für Schatznetz und ähnliche Denkmalschutz-Maschinen dar.

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