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Münzhorte und Topographie

Autorin: Gundula Schröder
Fachgebiet: Römische Geschichte und Klassische Philologie

Münzhorte können wahre Schätze hervorbringen. In allen Zeiten haben Menschen ihre Habseligkeiten vor Plünderern oder vor der Steuer versteckt. Das Vergraben von Münzen war dabei für viele, die ihr Erspartes sichern wollten, die erste Wahl. Oftmals wurden Gläser oder Dosen verwendet, in denen die Schätze vor dem Vergraben gelagert wurden. Diese Behältnisse erleichterten nicht nur das Wiederauffinden, sondern sind auch einer der Gründe dafür, warum Münzhorte bis in die Gegenwart hinein gefunden werden, und das mitunter sogar nahezu unversehrt.

Wie wurden Verstecke für Schatzdepot gewählt?

Die Stellen, an denen die Münzen vergraben wurden, sind sehr bewusst gewählt worden. Sie sollten ein sicheres Versteck darstellen und gleichzeitig das einfache Wiederauffinden des Schatzes ermöglichen. (Passend dazu: Schatzverstecke und Psychologie von C.Brumme) Auf einer großen und weiten Wiese wurden die Münzen deshalb eher selten vergraben. Deshalb eignen sich weite Orte ohne markanten Punkt für eine Suche nach Münzhorten nicht. Vielmehr muss sich der Schatzsucher in die alte Zeit zurückversetzen und sich mit dem Leben der Menschen intensiv beschäftigen, um an den richtigen Orten zu suchen. Viele Münzhorte stammen aus der römischen und der spätrömischen Zeit. Wenn der Schatzsucher weiß, welchen Lebensmittelpunkt die Menschen hatten und welchen Stätten sie ihre Habseligkeiten am ehesten anvertraut haben, ist es einfacher, die richtigen Orte zu finden.

Markierte Landschaftspunkte wurden gern als Versteck ausgesucht

Auf der Suche nach Münzhorten sollten Sie immer markierte Landschaftspunkte aussuchen. Ein weites Feld, auf dem Eichen stehen und wo es in der Nähe eine Wohnsiedlung oder eine Stadt gibt, gilt als häufiger Fundort für Münzhorte. Eichen galten als Bäume, die eine gewisse Verehrung erhielten. Aus diesem Grund wurden sie gern für die Verwahrung wichtiger Schätze ausgewählt. Waldgebiete können einen Erfolg in der Schatzsuche bieten, wenn Sie Schauplatz für Schlachten, Kriege oder andere Auseinandersetzungen waren. Dort werden Sie eher keine Schätze finden, die von seinem Besitzer vergraben wurden, sondern einzelne Münzen, die im Getümmel verloren gegangen sind und über Jahrhunderte im Boden verborgen blieben. Stehen in einem Wald sehr markante Bäume und befindet sich in der Nähe eine Ortschaft, dessen Geschichte sich mehrere Jahrhunderte zurückverfolgen lässt, kann sich der Wald als lohnend für das Auffinden eines Münzhortes erweisen.

Wichtige Plätze im Leben der Menschen herausfinden

Neben den markierten Landschaften sollten Sie recherchieren, wo die Menschen gefeiert haben, wo sie in die Kirche gegangen sind, wo sich der Friedhof befand und der Marktplatz. (Tipp von Schatzwert: Schatzdepots und Trovecy) Ab allen Orten, an denen Handel betrieben wurde, können wahre Schätze verborgen liegen. Auch hier handelt es sich um einzelne Münzen, die jedoch durchaus selten und von hohem Wert sein können. Ehemalige Festplätze können eine wahre Fundgrube für Münzhorte sein, gleiches gilt für Marktplätze. Im Mittelalter und in der spätrömischen Zeit war es nicht üblich, die Plätze zu befestigen. Münzen, die in den Sand fielen und nicht umgehend aufgehoben wurden, können bis heute dort verborgen sein. Beschäftigen Sie sich intensiv mit dem Territorium und versuchen Sie anhand alter Karten oder anhand von Ortsbeschreibungen in der Literatur herauszufinden, wie der Ort in früherer Zeit genutzt wurde. Anhand der Koordinaten oder, bei modernem Kartenmaterial, unter Zuhilfenahme der GPS-Dateninformationen können Sie leicht analysieren, wie die ehemaligen Märkte oder Festplätze heute genutzt werden. In ländlichen Gegenden werden Sie mehr Erfolg haben als in Städten oder größeren Orten. Festplätze und Märkte waren auch in früherer Zeit zentrale Orte, die in den Städten heute oftmals bebaut und gepflastert sind. Die Suche gestaltet sich in diesem Fall als aussichtslos. Auf dem Land haben Sie hingegen eine größere Chance auf die Funde von einzelnen Münzen oder ganzen Münzhorten.

Waldwege und Spazierwege ermitteln

Die Menschen waren in früherer Zeit oft zu Fuß oder zu Ross unterwegs. Auf den täglichen Wegen konnten sich markante Punkte einprägen, die schließlich zum Verstecken von Münzen genutzt wurden. Münzhorte können sich deshalb am Rande von Wald- oder Wiesenwegen befinden. Suchen Sie auch hier nach markanten Punkten. Eine Anhöhe konnte man sich leicht merken oder eine Baumgruppe am Waldrand, die sich von den anderen Baumarten unterscheidet. Der Wegrand galt als beliebtes Versteck, weil der Eigentümer regelmäßig an seinem Geldschatz vorbei kam. Dies gab dem Versteck eine gewisse Sicherheit, denn es konnte unauffällig überprüft werden, ob sich der Schatz noch an Ort und Stelle befand. Markante Punkte erleichterten auch hier das Wiederauffinden des Schatzes.

Die Kirche spielte eine wichtige Rolle im Leben der Menschen

Die Kirche hatte für viele Menschen, die in der spätrömischen Zeit und im Mittelalter lebten, eine sehr zentrale Bedeutung. Begeben Sie sich aufs Land und recherchieren Sie, wo die Kirchen früher standen, wo sich die Friedhöfe befanden, wo gefeiert und gebetet wurde. Dies alles sind Orte, an denen sich interessante Fundstellen befinden können. Sie finden dort nicht nur einzelne Münzen, sondern mitunter sogar ganze Münzhorte. Viele Menschen vertrauten der Kirche tief und vergruben ihr Erspartes in der Nähe des Kirchenschiffs oder entlang der Kirchengemäuer. Damit verbarg sich die Hoffnung, dass es sich eventuell vermehren könnte. Auf jeden Fall, so glaubten die Menschen, waren die Ersparnisse in der Nähe des heiligen Ortes gut aufgehoben. Die Kirche als einer der Mittelpunkte im Leben der Menschen war auch ein Ort der Geselligkeit. Abgerissene oder in den Kriegen zerstörte Kirchen, die nicht wieder errichtet wurden, hinterließen nicht selten ein brach liegendes Gelände. Es lohnt sich, diese Orte in Erfahrung zu bringen und genauer auf Münzhorte zu untersuchen. Nicht selten lagen die Kirchen auf einem Berg, einem Hügel oder wenigstens auf einer Anhöhe, sodass sie weithin sichtbar waren. Die genaue Lage können Sie in Kirchenbüchern oder Chroniken recherchieren.

Münzen wurden gern im Garten vergraben

Schwieriger zu finden sind Münzhorte, die auf private Verstecke des Eigentümers zurückzuführen sind. Oftmals suchen Sie nur mit wenigen Anhaltspunkten. Gerade diese Suche kann jedoch von einem hohen Erfolg gekrönt sein. Die Menschen vergruben die Schätze in ihrem Garten, in den Stallungen oder entlang der Häuserwand. Alte Gemäuer, Ruinen von Häusern oder Ställen sowie große Höfe sollten als Objekte für die Suche von Münzhorten einbezogen werden. Besonders gut eignen sich Orte für die Suche, die früher einmal besiedelt waren und heute brach liegen. Anhand alter Karten kann herausgefunden werden, wo sich die Siedlungen genau befanden. Oftmals ist sogar eine Recherche möglich, die Ausschluss darüber gibt, wo einzelne Häuser und die Nebenbauten angesiedelt waren. Dort sollte sich die Suche nach den Münzhorten lokalisieren.