Goldwaschen und Goldsuche in Deutschland

Von Thomas Raukamp

Tipp: Anleitung Goldwaschen

Goldwaschen im Raurisertal - Bildquelle: Tourismusverband Rauris

Goldwaschen in Deutschland article: Irgendwo in den staubigen Weiten des Wilden Westens: Der alte Digger mit weißem Bart, zerschlissenen Kleidern und schwieligen Händen zieht mit seinem treuen Maultier an der Leine von Claim zu Claim immer auf der Suche nach dem großen Glück, der einen Goldader, die ihn reich macht und ihm alle seine Sorgen ein für allemal nimmt. Dieses Bild aus diversen Hollywood-Filmen hat sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt.

Doch das Glück lag lange Zeit gar nicht so fern, sondern quasi vor der Haustür: Noch bis ins Mittelalter galt Deutschland als das goldreichste Gebiet der Welt. Der große Goldrausch ist natürlich längst vorbei. Doch was nur Wenige wissen: Noch heute lässt sich in Deutschland Gold waschen.
 


Am Rhein zum Beispiel, wo schon Richard Wagner das legendäre Rheingold besingen ließ. Ausgerüstet mit Pfanne und Schaufel ziehen hier immer mehr Menschen auf der Suche nach dem gelben Edelmetall an den Flussufern und Seitenarmen entlang. Und etwas Anleitung und Geduld vorausgesetzt, ist die Anstrengung oft sogar von Erfolg gekrönt: ein paar Milligramm fallen meist ab und lassen den Ausflügler mit einem wenn auch kleinen Erfolgserlebnis stolz nach Hause ziehen. Reich wird man dabei natürlich nicht: Meist findet sich nur das sogenannte Waschgold kleine, dünne Plättchen, die ins Gestein eingelagert sind und so gut wie nichts wiegen. Der Wert eines solchen Fundes hält sich daher in Grenzen und liegt durchschnittlich bei unter zehn Cent. Doch auch im Bayerischen Wald, im sächsischen Erzgebirge, im Hunsrück, im Moselgebiet, in der Oberpfalz, in der Eifel, im Fichtelgebirge und im Schwarzwald locken kleine Goldvorkommen die Freizeit-Digger an. Als Eldorado Deutschlands gilt indes Thüringen, wo sich der Flitter noch in besonders vielen Flüssen findet.

Goldwaschen in Österreich und in der Schweiz

Nicht nur in Deutschland funkelt es nach wie vor in den Flüssen. Aus der Goldberggruppe in den Österreichischen Zentralalpen stammten einst zwölf Prozent der weltweiten Goldvorkommen, und noch heute befallen Nachwirkungen des Goldfiebers Urlauber und einige Abenteurer. Die sichern im Sommer besonders einigen Pensionsanbietern in der Steiermark und in Hohen Tauern an Mur, Mürz und Salzach ihr Auskommen. Und in der Schweiz lockt besonders das Napfgebiet in der Mitte zwischen den Städten Bern und Luzern. Goldreich ist zum Beispiel der Schweizer Hochrhein. Und auch im Kanton Thurgau gelten die meisten Flüsse als goldführend.

Auch wenn längst keine Reichtümer mehr zu erwarten sind, kann das Freizeit-Goldwaschen noch auf unbestimmte Zeit weitergehen: Geologen zufolge warten allein in Deutschland noch rund 32.000 Tonnen des Edelmetalls auf ihre Bergung.

Thomas Raukamp

Kleiner Hint: Warum nicht auch in der Wüste Goldwaschen? Mit moderenen Pfannen geht es auch ohne Wasser wunderbar.

120 Tonnen Gold sollen im Österreichischen Raurisertal zu finden sein. Goldwaschen gilt im Raurisertal als Geheimtipp für Schatzsucher.

Verborgene Schätze und Funde