Trovecy-Formel 2.0

Die Überlegungen zur Trovecy-Formel sind ein theoretisches Konzept, das beim Suchen und Auffinden eines potenziellen Schatzverstecks hilft. Dabei werden die Ursachen zusammengefasst und bewertet, die auf den Verstecker eingewirkt haben könnten.  

Vor dem Beginn einer Suche können die sechs Faktoren der Schatzformel zur Evaluierung der Wahrscheinlichkeit verwendet werden. Als zweite Anwendung ist das örtliche Prüfen beziehungsweise "Abklopfen" eines vermuteten Schatzorts möglich. Daraus lassen sich Folgerungen anstellen, die durch die Zuordnung der gegebenen und erfüllten Faktoren einen theoretischen Wahrscheinlichkeitswert besitzen. Als mit dem Wert 1,0 versehene Faktoren bilden folgende Informationen mögliche Wahrscheinlichkeitssteigerungen:

S=Siedlungsnähe
V=Verkehrslage
T=Topografie
M=Wiedererkennung (Marker)
K=Katastrophen


Wenn überlieferte Informationen und Anhaltspunkte in schriftlicher und/oder mündlicher Form erreichbar sind, kann von einem höheren substanziellen Wissen ausgegangen werden. Daher wird dieser Faktor Q=Historische Überlieferungen (Quellen) mit dem Wert 2.0 berücksichtigt.

Funktion und Anwendung der Schatzformel Aus der Trovecy-Formel ergibt sich ein Höchstwert von 7,0, um einen potenziellen Schatzlagerort zu bewerten. Die Werte in ganzen Zahlen versprechen mit zunehmender Höhe eine größere Erfolgsaussicht. Die Differenzierung der sechs Hauptfaktoren kann durch Einzelbetrachtungen und Zusatzpunkte auf den Dezimalbereich ausgeweitet werden. Genauere Fragestellungen und Quellenprüfungen führen zu Zu- oder Abschlägen hinter dem Komma bis in den Zehntelbereich.

Modifizierungen, Erweiterungen und Spezifizierungen

Die generelle Verifizierung aller erreichbarer Informationen wird ein Qualitätsfaktor zugemessen. Er verstärkt oder schwächt den Hauptfaktor und bei doppelter Verifizierung aus nachweislich unterschiedlichen Quellen werden generell 0,2 aufgeschlagen.

Ansonsten beeinflussen folgende Spezifizierungen den einzubringenden Wert und verändern ihn nach oben oder nach unten:

S=Siedlungsnähe
0,2 Partielle oder dauerhafte Zugriffsnotwendigkeit
0,1 Größe, Gewicht, Beschaffenheit und Material des mutmaßlichen Schatzes
0,1 Bauweise und Gebäudearchitektur während der Verstecksuche (Holz, Stein)
0,1 Erreichbarkeit und Entfernung von Raubgut
0,1 Landbesitzverhältnisse und Verwaltungsart


V=Verkehrslage
0,2 Verkehrswegeänderung nach dem mutmaßlichem Versteckzeitpunkt
0,2 Gegebene Fortbewegungs- und Transportmöglichkeiten
0,1 Sinnhaftigkeit des Verstecks (Waffen, Zahlmittel, Diebesgut)


T=Topografie
0,2 Geländeumgestaltung durch Menschenhand (Stausee, Flußbegradigung, Bergbau)
0,1 Vegetationsänderungen
0,1 Erosion
0,1 Wasser und Feuchtigkeit (Verrottung, Zersetzung, Abschwemmung)


M=Wiedererkennung (Marker)
0,1 Vegetationsänderungen
0,1 Geländeumgestaltung durch Menschenhand (Stausee, Flußbegradigung, Bergbau)
0,1 Geländeumwidmung (Ackerland, Bauland, öffentliche Grünflächen, angelegte Wälder)


K=Katastrophen
0,2 Kriegerische Auseinandersetzungen
0,1 Meteorologische Katastrophen (Hochwasser, orkanartige Stürme)
0,1 Erdbeben
0,1 Großfeuer
0,1 Möglicherweise erfolgte Schatzumbettung durch äußere Faktoren und/oder Zwang


Q=Historische Überlieferungen (Quellen)
0,2 Amtlich und/oder klerikal schriftlich beglaubigte Angaben
0,1 Mündliche Angaben (An- und Einwohner, Verwandt- und Bekanntschaft, Nachbarn)
0,1 Anzahl voneinander unabhängiger historischer Erwähnungen (größer/kleiner als fünf)
0,1 Wissenschaftliche Quellen


Mit den erweiterten Werten im Dezimalbereich erreicht der Höchstwert der Trovecy-Formel bei maximaler Präzisierung statt 7,0 exakt 10,0. Hinzu kommen bis zu 1,4 Zuschlag durch mögliche doppelte Verifizierungen.

Quellenbeschaffung und Bewertung Die Anwendbarkeit der Trovecy-Formel bedingt eine umfangreiche Daten- und Informationsbeschaffung. Abgesehen von dem Aussagewert der Schatzformel bei der Auswertung dient sie als perfekter Leitfaden beziehungsweise als Prüfliste vor und bei der Recherche. Wenn jeder mit einem Wert versehene Formelfaktor als Einzelpunkt betrachtet wird, kann die Recherche auch in Richtungen führen, die ansonsten übersehen werden. Eine zu junge Vegetation taugt nicht als Marker und ehemals unter Wasser stehende Seegründe und Flussbette waren nicht erreichbar. Bei aller theoretischen Hilfe darf der gesunde Menschenverstand nie außer acht gelassen werden.

Verborgene Schätze und Funde